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Die "Liebeslieder-Walzer" von Johannes Brahms standen im Mittelpunkt
eines Konzertes im Asam-Saal des Ettlinger Schlosses. Gestaltet wurde
der Abend vom Ettlinger Kammerchor unter der Leitung von Ralf Keser. Seit
14 Jahren besteht das Ensemble mittlerweile. Es hat sich zu einer festen
kulturellen Größe in der Region etabliert. Vergangenes Jahr
beim Wettbewerb des Badischen Sängerbundes wurde dem Ettlinger Kammerchor
der höchste Titel "Meisterchor im Badischen Sängerbund"
zuerkannt. Der noch junge Dirigent Ralf Keser leitet ihn seit 1998. Er
studierte an der Karlsruher Musikhochschule im Hauptfach Dirigieren, und
ist auch als Sänger sowie Komponist tätig.
Professionelle Unterstützung holte sich der Kammerchor Ettlingen
mit dem renommierten Klavierduo Takezawa-Sischka, das in den vergangenen
Jahren mit mehreren Preisen bei internationalen Wettbewerben erfolgreich
war. Unter anderem erreichte es erste Preise in Rom und Cortemilia. Chritoph
Sischka ist übrigens künstlerischer Leiter der Konzerte in Bad
Herrenalb, Eriko Takezawa Lehrbeauftragte an der Karlsruher Musikhochschule.
Mit reizvollen,
dem ungarischen Temperament entsprechenden Tempowechseln, gestalteten
die beiden Künstler die "Ungarischen Tänze" von Johannes
Brahms in der vierhändigen Fassung. Es folgte dann das ziemlich unbekannte,
aber ausgesprochen virtuose "Divertissement" des Romantikers
Johann Wenzel Kalliwoda. Mit technischer Makellosigkeit und rhythmischer
Präzision im Zusammenspiel gelangen dem Duo auch die schnellsten
Variationen. Mit kantablem Ausdruck und feiner dynamischer Differenzierung
gestalteten sie die stimmungsvollen langsamen Sätze.
Sowohl die "Liebeslieder" op.52 als auch die "Neuen Liebeslieder"
op.65 sang der aus etwas mehr als zwanzig Sängerinnen und Sängern
bestehende Kammerchor, der vom Klavierduo begleitet wurde. Es war interessant,
diese beiden Zyklen in einem Konzert zu hören. Der Chor präsentierte
sich mit hervorragender stimmlicher Qualität. Dem engagierten Dirigenten
gelang es, die verschiedenen Charaktere der Walzer dem Chor adäquat
zu übermitteln. Es war beeindruckend, wie gut die Amateursänger
diese anspruchsvolle Musik bewältigten. Sauber war die Intonation,
ausgewogen war die dynamische Balance, und ausdrucksvoll war die musikalische
Gestaltung.
Mit elegantem Schwung sang der Chor das nette Lied "Ein kleiner,
hübscher Vogel nahm den Flug", und mit viel Einfühlung
wurde der stimmungsvolle Walzer "O wie sanft ist die Quelle"
vorgetragen. Der Wechsel zu stürmischem Ausdruck gelang dem Chor
bei den temperamentvoll dargebotenen Liedern "Nein, es ist nicht
auszukommen" und "Finstere Schatten der Nacht". Einen graziösen
Wiener Walzer konnte man beim Lied "O wie sanft ist die Quelle"
erleben. Mit dem Walzer "Nun ihr Musen, genug", der den Text
"Heilen könnt die Wunden ihr nicht, die Amor geschlagen hat"
beinhaltet, klang der zweite Zyklus aus. Das Publikum reagierte mit begeistertem
Applaus auf das eindrucksvolle Konzert.
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