| Überzeugend
und mitreißend Reizvolle Mixtur aus südamerikanischer und europäischer Musik in der Klosterkirche |
Alpirsbach. Sakrale Musik, einmal ganz anders, wurde in der Klosterkirche in Alpirsbach geboten. Der Kammerchor Ettlingen ließ südamerikanische Chormusik hören und wurde von der lateinamerikanischen Gruppe Conjunto Ucayali unterstützt. |
Ein großer Teil des Reizes südamerikanischer Chormusik rührt von der Begegnung mit europäischer Musiktradition her, die während der Kolonialzeit importiert und als südamerikanische Folklore bekannt wurde. Im Programm spürte man auf vielfältige Weise dieser Begegnung nach, entweder durch barocke, koloniale Musik, die in die europäische Satzweise folkloristische Themen aus dern Anden einbezieht, oder durch zeitgenössische Musik, die sich bewusst südamerikanisch gibt. Mit dem wohl berühmtesten Beispiel für eine gelungene Synthese argentinischer und hispano-amerikanischer Musik mit europäischer Liturgie, der "Misa Criolla", schloss das bemerkenswerte Konzert. Der 1998 gegründete Kammerchor Ettlingen unter der Leitung von Ralf Keser hat sich auf die Fahnen geschrieben, auch weniger bekannte Chorliteratur zu präsentieren. Die lateinamerikanische Formation Conjunto Ucayali, bestehend aus sechs südamerikanischen Musikern und dem Kontrabassisten Roman Rothen, bot wesentlich mehr als etwa Anden-Klischees. Über ein dutzend Seiten-, Blas- und Perkussioninstrumente spielten die Musiker, von der Violine über die Querflöte bis zu südamerikanischen Blas- und Trommelinstrumenten. So entstand eine interessante Mixtur aus südamerikanischen und europäischen Musikelementen. Auch singen konnten die Musiker und unterstützten den Chor gerade im letzten, besonders schönen Stück, der Misa Criolla von Ariel Ramirez. Der aus etwa 20 Sängerinnen und sechs Sängern bestehende Kammerchor präsentierte sich mit hoher stimmlicher Qualität, sauber in der Intonation und in ausgewogener dynamischer Balance. Vom leisen Summen bis zum überwältigenden Forte, und am Schluss bis zum andächtigen "Danoz la paz" (Gib uns Frieden), alles wirkte überzeugend und mitreißend. Mit anhaltendem Applaus dankte das Publikum. |
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[Schwarzwälder Bote, 06.10.2004/Gabriele Adrian] |
| Letzte Änderung: ab, 31.03.2007 |